Freitag, 1. April 2011

Ciclayo / PER - Trujillo / PER

Von Ciclayo nach Trujillo muss man in suedamerikanischen Massstaeben gesprochen quasi nur "einen kleinen Hupfer tun". Ca. 3h im Bus ist vergleichbar mit Ottakring - Hernals mit der Bim in Wien. Ein nettes Hostal in zentrumnaehe und schon sind wir zu Fuss auf Streifzug durch die Stadt. In der Fussgaengerzone (Av. Pizzaro) dann die grosse Ueberaschung. Aus einem netten Cafe blitzt der Edelstahl einer echten Espressomaschine. Wir gleich rein und bestellen einen Espresso und einen Capucino. Und wirklich...mit Milchschaum und Crema...herrlich.
Das musst du naemlich wissen, dass es in den Kaffeelaendern hier herueben kaum eine Kaffeetrinkkultur gibt. In Panama suchst du neamlich vergebens nach einem vernuenftigen Espresso. Meistens nur der "Americano" (Filterkaffee). In Ecuador haben wir eine neue Variante kennengelernt, den "concentrado". Hier wird der Instantkaffee als sehr starkes Konzentrat angeruert und zum Fruehstueck bekommst du eine Kanne heisses Wasser oder Milch, in die du dann das Konzentrat einbringst. Natuerlich bekommst du am Anfang ein volles Haeferl mit Milch und hast keinen Platz fuer den Kaffee, aber nach 3-4 Tagen alchemistischer Mischungsversuche kommt man schon ganz gut hin. Trotzdem, Instant. Daher die Riesenfreude ueber einen echten Dampfdruckgepressten.

Eigentlich ist die Gegend eine Wueste. Aber aus den Anden bahnen sich mehrere Fluesse den Weg durch den Sand, um an der Kueste in den Pazifik zu muenden. Mit dieser Frischwasserquelle haben sich schon tausende Jahre vor Christus Menschen in dieser Gegend versorgt. Aelteste Funde datieren auf 10.000 B.C. Interessant wurde es aber erst, als die Menschen anfingen zu siedeln und Pflanzen anzubauen. So gibt es hier ab ca. 2000 B.C. eine Chronologie von Kulturen, die ueber ihre hergestellten Webarbeiten, Keramiken und religioesen Zentren unterschieden werden. Die Tempel und Palaeste wurden aus Lehmziegel gebaut. Das ist natuerlich nicht so das zeitlose Baumaterial wie die Steinbauten der Inkas. Um ehrlich zu sein schauen die meisten noch nicht restaurierten "Tempel" heute aus wie der Kothuegel eines Kelleraushubs nach 3 Tagen durchgehenden Regens. Nur halt ein paar tausendmal groesser.

Auch wurden die Pyramiden, wie bei den Mayas, regelmaessig ueberbaut, sodass man bis zu 5 verschiedene, meterdicke Schalen unterscheiden kann. Quasi eine Sisyphus-Arbeit. Kaum bist fertig und der Fuerst ist beigesetzt, kannst schon wieder fuern naechsten  Fuersten draufbatzen. Aber genau deshalb finden die Archaeologen noch heute unberuehrte Gruften mit originalen Mumien und Grabbeigaben.

Besonders interessant ist die Entdeckung der "Seniora de Cao". Diese ca. 20-25 Jahre junge Lady lebte vor etwa 1700 Jahren und war damals schon eine "Chefin" (jetzt wollen wir aber nix mehr hoeren von Frauenquote in der Vorstandsetage!). Durch die perfekte Mumifizierung sind sogar ihre Tatoos erhalten geblieben (Fotografieren war leider nicht erlaubt
, eh kloar bei einer Frau in dem Alter!). Soviel verraten wir Euch, ein Arschgeweih hat sie keines gehabt.

Liebe Gruesse
Die Alchemisten

2 Kommentare:

  1. Hallo Chicco
    das ist ein Arschgeweih (genannt auch Schlampenstempel):
    http://madagaskar-blog.malala-madagascar.net/wp-content/uploads/2009/01/arschgeweih-steissgeweih-tattoo-tramp-stamp-schlampenstempel-taetowierung.jpg

    nicht zu verwechseln mit dem hier:
    http://img.fotocommunity.com/Akt-Frauen/Koerperlandschaft-Details/Arschgeweih-a20412887.jpg

    AntwortenLöschen