Samstag, 26. März 2011

San Ignacio / PER - Chachapoya / PER

San Ignacio ist nicht der Rede wert, ist nur zum durchreisen fuer 1 Nacht. Wir handeln uns mit Sammeltaxis in die heisse Ebene nach Jaen ("Chaen") hinunter und dann gleich wieder auf das 2335m hohe gelegene Chachapoyas ("Tschatschapoijas") hinauf.
Unser junger Taxler presst seinem alten Toyota die letzten Pferde heraus und bringt uns in Lichtgeschwindigkeit Richtung Ziel. Zum ersten Mal bereuen wir, nicht Selbstfahrer zu sein, weil auf dieser Strecke ca. 1000 beeindruckende Fotomotive liegen, die wir bei diesem Tempo leider nur sehr verwackelt auf den Chip bannen koennen.

Der eigentliche Name des Volkes, dass in dieser Gegend lebte, ist leider nicht ueberliefert. "Chachapoya" leitete sich aus der Inka Sprache ab und bedeutet soviel wie "Menschen die in den Wolken leben" oder "Wolkenkrieger". Die Bezeichnung ist im feucht kalten Klima sofort nachvollziehbar.
Wir buchen die erst Tour nach Kuelap und sind nach der kurvigen Anreise (ohne Wegweiser) doch wieder sehr froh, keine Selbstfahrer zu sein. Die Plattform (ca. 3000m u.d.M) dieser aus Millionen behauener Steine gebauten Pre-inka-Siedlung misst ca. 600m x 100m und hat in seiner Bluetezeit ueber 2000 Einwohner beherbergt. Von aussen sieht man nur die bis zu 19m hohen Steinmauern, die an 2 Seiten 3 schmale, leicht zu verteitigende Eingaenge aufweisen. Kein Wunder, das die Inka es nie geschafft haben, die Chachapoyas vollstaendig zu unterwerfen. Die ca. 400 runden Huetten weisen alle einen Meerschweinchenstall und eine kleine Gruft, in der die Gebeine der Vorfahren beigesetzt wurden, auf. Sehr clever, weil sie sich dadurch am 1. November die Staus auf den Friedhoefen erspart haben ;-).



Am naechsten Tag besuchen wir noch das "Pueblo de los Muertos" (Dorf der Toten). Nach dem naechtlichen Regen ist der lehmige Weg auch fuer 4WD Autos an der Grenze. Wir schaffen es mit unserem 4AT (4 Anschiebende Trotteln) "locker" durch den Schlamm und duerfen anschliessend auch noch eine Stunde steil bergab und wieder zurueck wandern. Ein Ausblick auf den angeblich 3. hoechsten Wasserfall der Welt (771m) entlohnt ein bisschen. Das Pueblo ist nun wirklich ein Friedhof. In eine Felswand fast unerreichbar hineingebaut, sind ein paar Hauser aus Lehmziegel, in denen Sarkopharge der Verstorbenen ruhten. Sicherlich waere das auch heute noch ein Traumplatzerl fuer die Ewigkeit, mit tollem Ausblick und himmlischer Ruhe (auch am 1. November ;-).


Am Nachmittag schauen wir noch bei den 2-3m hohen Sarkophagen von Karajia vorbei, die auch wieder einmal an entlegenster Stelle (daher auch noch Original, weil Schwierigkeitsgrad mindestens wie Eiger Nordwand ;-) in einer Felswand stehen und ein Raetsel aufgeben, wie das alles damals (vor fast 1000 Jahren) dort hin kam. Auf der einzigen Rastbank kommen wir mit einer peruanischen Grossfamilie wahrlisch in "engeren Kontakt". Ein Plauscherl, ein paar Scherzerl und schon werden gemeinsame Urlaubsfotos geschossen. Ein Zeugniss der peruanischen Freundlichkeit.



Liebe Gruesse
Die Alchemisten

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